9. April 2014

Recht auf Ausbildung dringend notwendig

Anlässlich der gestrigen Beratung der Ergebnisse des Berufsbildungsberichts 2014 im Bundeskabinett erklärt Rosemarie Hein, bildungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE.:

„Während die Bundesregierung sich für den ‚Exportschlager der deutschen dualen Ausbildung‘ feiert, verschließt sie die Augen vor den gravierenden Baustellen auf dem Ausbildungsmarkt. Es klingt wie blanker Hohn, berücksichtigt man folgende Fakten: Die Zahl sowohl der betrieblichen als auch der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge sank in Ost wie West im Vergleich zum Vorjahr – und zwar trotz guter Konjunktur in Deutschland. Die Verschärfung auf dem Ausbildungsmarkt wird auch daran deutlich, dass bei steigender Zahl von Betrieben immer weniger ausbilden – ein Trend, der sich seit 2009 zeigt. Letztes Jahr haben lediglich 65 Prozent der ‚ausbildungsreifen‘ Ausbildungsinteressierten auch einen Ausbildungsvertrag erhalten. 257.600 junge Menschen hingen in Maßnahmen des Übergangsbereichs fest, übrigens im Vergleich zu 2012 lediglich ein Rückgang um 0,8 Prozent. Für Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss sieht es schlecht aus: Nur noch 7 Prozent der Betriebe nehmen junge Menschen mit einem Hauptschulabschluss. Dazu steigt die Quote der Vertragslösungen weiter auf 24,4 Prozent in 2012. Daran zeigt sich ein Qualitätsmangel der Ausbildung.

Auf die vorhandenen Versorgungs-, Besetzungs- , Passungs- und Qualitätsprobleme fehlen Antworten der Bundesregierung. Sie muss endlich Stellung beziehen und handeln. Lösungsansätze für dieses Problem sind bei der Bundesregierung nicht erkennbar. Azubis vom Mindestlohn auszunehmen, ist an dieser Stelle äußerst kontraproduktiv.

DIE LINKE streitet für ein Recht auf Ausbildung. Alle, die einen Ausbildungsplatz wollen, sollen auch die Möglichkeit haben, eine qualitativ hochwertige berufliche Ausbildung zu bekommen. Sie ist der Schlüssel, um gute Arbeit dauerhaft zu festigen. Daneben  brauchen wir eine Umlagefinanzierung, um Betriebe darin zu unterstützen, wieder mehr und besser auszubilden. Alle Auszubildenden müssen eine ausreichende und gesicherte Vergütung erhalten. Die Partei DIE LINKE fordert daher eine Mindestausbildungsvergütung von derzeit mindestens 750 Euro für betriebliche Ausbildungen. Auch bei den Betrieben muss endlich ein Umdenken einsetzen. Sie müssen sich neue Anreize einfallen lassen, Jugendliche für ihr Unternehmen zu gewinnen.

Berlin, 9. April 2014